Vom Boss lernen – Anonym

Vom Boss lernen – Anonym

Neue Serie: Vom „Boss“ lernen Teil III

Vom „Boss“ lernen – mein #Boss war mir immer auch #Mentor. Deshalb möchte ich in dieser #Serie einige von ihnen vorstellen. Nicht nur die, die mich inspiriert haben, sondern auch jene, von denen ich auf schmerzhafte Weise gelernt habe.

Nach Olaf Göttgens geht es heute um einen CEO aus meiner Zeit in einem DAX-Konzern. Seinen Namen nenne ich nicht. Denn diesmal geht es um den Moment, in dem mir ein Chef sinnbildlich den #Stecker zog.

Damals gab es in kurzer Zeit mehrere CEO-Wechsel. Als Direct Report hing meine Rolle unmittelbar von meinem Vorgesetzten ab. Ich war für Markenpositionierung, Go-to-Market und die Vermarktung des Portfolios verantwortlich. Die Sicht des neuen CEOs auf Markt, Marke und Strategie war deshalb entscheidend für meine Arbeit.

Am ersten Arbeitstag fragte der neue CEO seine Direct Reports, woran wir arbeiteten. Ich schilderte meine Verantwortung und meine Vision für das Unternehmen. Seine Antwort traf mich: „Wir kennen uns noch nicht gut. Aber nach allem, was ich gehört habe, glaube ich, dass ich das alles weder brauche noch will.“

Mit einem einzigen Satz zog er mir vom ersten Tag an den Stecker.

Zwei Jahre Kampf um Anerkennung

Zwei Jahre lang kämpfte ich um Anerkennung und Einfluss. Meine berufliche Entwicklung stand auf dem Spiel, und auch privat war ich von meinem Job abhängig. Also versuchte ich, mich anzupassen, Anerkennung zu gewinnen und mir Freiräume zu erarbeiten. Doch mein Chef blieb konsequent. Er ließ kaum eine Gelegenheit aus, mir meine vermeintliche Bedeutungslosigkeit zu vermitteln.

Mein Fleiß hielt mich im Spiel – allerdings um einen hohen Preis. Irgendwann zeigte auch meine Gesundheit erste Warnsignale. Drei #Learnings haben mich seitdem begleitet:

▶️ Selbstbestimmung ist wichtiger als Sicherheit.

Du schließt Dich einem Unternehmen an – Du gehörst ihm nicht. Wenn Deine Fähigkeiten dauerhaft nicht gebraucht oder sogar abgelehnt werden, ziehe die Konsequenzen. Nicht jedes Umfeld ist der richtige Nährboden für Dein Potenzial. Wer das erkennt und selbstbestimmt handelt, erspart sich oft einen langen, zermürbenden Kampf.

▶️ Auch Mitarbeitende wählen ihren Chef.

Ein Vorgesetzter stellt sein Team zusammen. Aber auch das Team entscheidet, ob es diesem Menschen folgen kann. Führung funktioniert nur, wenn beide Seiten Vertrauen, Respekt und den Willen zur Zusammenarbeit mitbringen. Fehlt das, gewinnt am Ende niemand.

▶️ Jeder Chefwechsel ist eine neue Weichenstellung.

Mit einer neuen Führung kommen neue Prioritäten, neue Machtverhältnisse und neue Erwartungen. Passt es nicht, nimm es nicht persönlich. Entscheidend ist nicht die Schuldfrage, sondern wie schnell Du erkennst, dass der gemeinsame Weg nicht funktioniert.
Heute bin ich dieser Erfahrung sogar dankbar. Sie hat mir gezeigt, wie entscheidend eine vertrauensvolle und fördernde Beziehung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist.

In der nächsten Folge geht es um Robert Senior (CEO Saatchi & Saatchi). Von ihm habe ich gelernt, warum große Kreativität immer mit großem Vertrauen beginnt.

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Marken- und Digitalisierungsexperte.
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