Vom Boss lernen – Kevin Robertson

Vom Boss lernen – Kevin Roberts

Neue Serie: Vom „Boss“ lernen Teil V

„Facebook ist tot.“

Mit dieser Schlagzeile überraschte mein damaliger Chef Kevin Roberts 2014 die Medienwelt. Ich saß daneben und dachte nur: Jetzt ist er endgültig verrückt geworden.

Dabei war Kevin keiner, der provozierte, um zu provozieren. Er beriet US-Präsidenten, prägte mit Lovemarks eine ganze Generation von Markenstrategen und galt als einer der einflussreichsten Köpfe der internationalen Werbebranche.

Facebook wuchs damals rasant. Mark Zuckerberg wurde gefeiert. Und Kevin erklärte öffentlich das Ende der Plattform. Nach dem Interview kam er zu mir, grinste und sagte: „Mach etwas daraus. Die Presse wird es aufnehmen. Das ist Deine Chance, die Kreativbranche zu positionieren.“

Er sprach gar nicht über Facebook.
Er sprach über #Aufmerksamkeit.

In diesem Moment verstand ich eine Lektion, die mich bis heute begleitet: Ideen allein verändern nichts. Erst Aufmerksamkeit gibt ihnen die Chance, etwas zu verändern.

VomBossLernen (5)

Meine Chefs waren für mich nie nur Vorgesetzte. Sie waren Mentoren. Kevin Roberts war sicher der außergewöhnlichste von ihnen. Über vieles kann und muss man streiten. Unbestritten ist: Er konnte Menschen bewegen.

💬 „Reason leads to conclusions. #Emotion leads to action.“

Damals hielt ich das für einen Satz über Werbung. Heute glaube ich, dass es ein Satz über Führung ist. Menschen folgen selten den besten Argumenten. Sie folgen Menschen, die sie emotional erreichen.

❤️ Mit Lovemarks hat Kevin eine ganze Branche geprägt. Noch spannender fand ich jedoch seine persönliche Übung: Jeder Mensch, jede Marke und jedes Unternehmen musste sich auf ein einziges Wort reduzieren lassen (#OneWordEquityStatement). Nicht einen Claim. Nicht eine Vision. Ein Wort.

Kevin = Inspiracja
Saatchi = Lovemarks

Seitdem stelle ich mir immer wieder dieselbe Frage: Welches eine Wort soll einmal mit meinem Namen verbunden werden? Habt ihr für Euch ein Wort?

💡 „#Ideas are the currency of the future.“

Damals dachte ich, dieser Satz bezieht sich auf Kommunikation. Heute denke ich an Unternehmen, Führung und KI. Technologien verändern sich. Prozesse werden kopiert. Produkte werden vergleichbar. Ideen bleiben der eigentliche Wettbewerbsvorteil.

🚀 Kevin war nahezu #angstfrei.

Es heißt, George W. Bush fragte ihn einmal: „What should America do to improve its image around the world?“ Kevins Antwort soll gewesen sein: „Stop killing people.“ Ob die Geschichte genau so stimmt, weiß ich nicht. Aber sie passt perfekt zu ihm. Er sagte selten das, was andere hören wollten. Er sagte das, was er für richtig hielt.

Ich durfte eine Woche mit Kevin in New York verbringen. Nicht jede seiner Aussagen würde ich heute unterschreiben. Nicht jede Provokation war notwendig. Aber eine Erkenntnis ist geblieben:

Aufmerksamkeit ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass gute Ideen überhaupt eine Chance bekommen.

Danke, Kevin.

Am Donnerstag beschäftige ich mich mit einem Boss, der wie kein anderer seinem Team den Rücken stärkte.

Bitte folgen und liken Sie uns:

Avatar-Foto
Marken- und Digitalisierungsexperte.
Beitrag erstellt 35

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben