Warum brauchen Unternehmen Haltung?

Marketing, Vision

Eine Vielzahl an Unternehmen denkt, handelt und kommuniziert auf die gleiche Art und Weise. Wir lassen uns dabei viel zu schnell von Produkten begeistern, weil sie ein tolles Design haben oder weil die richtigen Wege zur Emotionalisierung und Kaufabwicklung eingesetzt wurden. Welcher Gedanke aber zunehmend fehlt, ist das wahre Verstehen der Unternehmensphilosophie.

Unternehmen müssen sich daher neu erfinden und andere Wege gehen – ein entscheidender Punkt dabei ist die Haltung zu ihren Produkten und deren Kommunikation. Diejenigen Firmen, die das Thema verstanden haben, wissen genau auf welche Art und Weise sie etwas tun. Sie beschäftigen sich aber nicht nur damit, sondern setzten sich intensiv mit der Frage nach dem warum ihrer Geschäftsidee auseinander.

Verstehen Unternehmen das warum, wird sich die Kommunikation nach innen und außen verändern.

Apple gilt schon seit Jahren als innovativ. Was sie von anderen Herstellern unterscheidet ist die Kommunikation. Sie beschäftigen sich nicht wie andere Unternehmen erst einmal mit der Frage, was sie auf den Markt bringen wollen, sondern nach dem warum. Simon Sinek hat das auf einem seiner Vorträge sehr schön dargestellt. Würde Apple kommunizieren, dass ihre Computer großartig, schön designed und einfach zu benutzen sind, würde das wohl kaum einen Konsumenten überzeugen. Wenn Apple aber kommuniziert, dass sie anders denken und den Status quo in Frage stellen, indem sie ihre Produkte schön designen und benutzerfreundlich machen sowie davon überzeugt sind großartige Computer herzustellen, finden sie mehr Kundenzuspruch als andere Computerhersteller. Das Beispiel zeigt sehr deutlich, wie sich Informationen ändern, wenn das warum und nicht das was nach außen kommuniziert wird.

Der neue Konsument wünscht sich Produkte mit festgelegten Idealen.

Immer mehr Unternehmen setzen sich intensiver mit der Warum-Frage auseinander und schaffen mit ihren Geschäftsideen neue Ideale für eine bessere Welt – sie tun dabei etwas für die Gemeinschaft und zielen auf Nachhaltigkeit ab. So folgen beispielsweise bereits viele Firmen dem “Buy One, Give One”-Prinzip:

shoemates

Shoemates beispielsweise stellt nicht einfach nur Schuhe her. Sie verfolgen mit dem Vertrieb ein Ziel: Bei jedem verkauften Paar, spenden sie ein Paar Schuhe an Schulkinder bis 15 Jahren in Afghanistan, die nicht die finanziellen Mittel dafür haben.

toms

Tom’s Shoes verfolgt das gleiche Prinzip und unterstützt bei jedem verkauften Paar Projekte in 13 Ländern.

141eyewear

Für jede verkaufte Brille spenden 141eyewear und Jimmy Fairly eine Brille an hilfsbedürftige Menschen.

brotliebling

Brotliebling vertreibt Backmischungen und spendet jedem benachteiligten Schulkind in Berlin ein Pausenbrot.

babyteresa

Verkauft baby teresa einen Strampler, spendet das Unternehmen einen an hilfsbedürftige Babys. Für jedes verkaufte Accessoire wird Babynahrung gespendet.

Die Haltung der Unternehmen steht bei diesen Beispielen stets im Vordergrund. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Kunden erhalten eine komplett andere Sicht auf Nutzung und Konsum von Gütern. Zudem verspüren sie positive Gefühle gegenüber dem Unternehmen und werben eher für dieses als für ein anderes. Doch es schließen sich nicht nur Menschen von außen an, sondern auch intern verändert sich etwas. Die Mitarbeiter verspüren einen erheblichen Mehrwert durch die positive Haltung ihres Arbeitgebers; ihre Teamfähigkeit und das Gemeinschaftsgefühl verstärkt sich.

Wenn mehr Unternehmen ihre Prinzipien sowie Kerngeschäfte verstehen würden, bin ich mir sicher, könnten sie höhere Ziele erreichen. Der Weg dahin ist kein einfacher, aber dafür ein effektiverer. Vielleicht sollte jeder von uns einmal in sich gehen und fragen, wofür er eigentlich arbeitet. Für ein Unternehmen, das Produkte und Dienstleistungen anbietet, um zu überleben oder für ein solches, das mit Leidenschaft hinter der Geschäftsidee steht? Welches Unternehmen wird dabei wohl erfolgreicher sein?

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