Social Media-Reaktionsfähigkeit

Allgemein

Konzerne geraten immer mehr in Bedrängnis: Kleine Unternehmen werden durch schnelle (Re-)Aktionen in allen Social Media-Kanälen zur ernsten Konkurrenz. Konzerne hingegen sind von “prozessbewahrendem Denken” geprägt, jede Innovation muss – zum Leidwesen mancher Innovationsmanager – langwierige Prozesse durchlaufen; nicht selten landen diese Innovationen in einer “Ablage”-Datenbank.

Bewahrungskräfte in Konzernen vs. schnelle individuelle Angebote “digitaler” Unternehmer.

Im Gegensatz zu Konzernen haben viele kleine und mittlere Unternehmen erkannt, dass digitale Angebote schnell und kundenorientiert umgesetzt werden müssen. Das ist die Stunde der digitalen Unternehmer und der digitalen “Kommunikatoren” kleiner Unternehmen. Sie sind es, die den Konzernen “die Butter vom Brot nehmen”. Immer mehr kleine, wendige Unternehmen greifen sogar ganz große Konzerne an. Dabei ist es entscheidend, grundlegende Zusammenhänge im Internet zu verstehen:

Der Erfolg digitaler Angebote ist direkt von der “Social Media-Reaktionsfähigkeit” abhängig: “Wer einmal dran ist, muss auch dranbleiben.”

Die wichtigsten Kanäle für Social Media sind Facebook, Twitter, Google+ und YouTube. Das Betreiben eines eigenen YouTube-Kanals sorgt dafür, dass man auch bei Google ganz vorne in den Suchergebnissen dabei ist. Je mehr Reaktionen man auf seinen Kanälen erzielt, desto weiter kommt das eigene Angebot bei Google in den Suchergebnissen nach oben.

Es gibt nur ein Ziel: die Relevanz des eigenen Angebots bei Google zu steigern.

Die beste Strategie auf dem Weg zur Relevanz-Optimierung des eigenen Angebots ist es, die bestehenden Social Media-Kanäle zu nutzen und einfach die ersten Gehversuche zu wagen. Dabei kann es nicht schaden, wenn man bei den Wettbewerbern “über den Zaun schaut”, um erfolgreiche Strategien auf das eigene Angebot zu adaptieren.

Je mehr Produkte und Dienstleistungen bei Google genutzt werden, desto besser sind die Platzierungen in den Suchergebnissen. Es müssen dabei keine kostspieligen Adword-Kampagnen ins Leben gerufen werden. Es reicht aus, wenn die Social Media-Dienste von Google dauerhaft mit eigenen, aktuellen Inhalten gefüllt werden.

Viele digitale Unternehmer haben die Zeichen der Zeit erkannt und große Konzerne bei der Suchergebnis-Relevanz längst überholt:

shoepassion.de vs. Bally:

Bally versucht seit 50 Jahren handgemachte Schuhe zu verkaufen und sich im Markt der hochwertigen Herrenschuhe zu positionieren. Nun kommt “Shoepassion” und schafft es binnen kurzer Zeit das Thema “rahmengenähte Herrenschuhe” zu besetzen. Shoepassion ist in der Auswahl viel größer, im allgemeinen Trend der Individualisierung viel exklusiver und bei Google Nummer Eins.

meine-moebelmanufaktur.de vs. IKEA:

Beide Unternehmen bauen einfache Möbel, die man Zuhause selbst zusammenschraubt. Der Unterschied ist, dass IKEA keine individuellen Maße zulässt, die kleine Möbelmanufaktur hingegen individuelle Größen ermöglicht. Damit wurde aus einem kleinen lokalen Möbelanbieter ein IKEA-Gegner.

mymuesli.com vs. Dr. Oetker Müsli:

Wer im Netz Müsli sucht, findet nicht Dr. Oetker, sondern mymuesli. Da immer mehr Nahrungsmittel über das Internet bestellt werden, hat mymuesli die Nase vorne. Zudem schafft es mymuesli durch geschickte Kooperationen mit FitforFun, die Zielgruppen auf einer Contentbasis (“Gesunde Lebensführung”) zu erreichen. Oetker überlässt es dem Zufall und störender Werbung, in diesem Segment wahrgenommen zu werden.

wikipedia.de vs. Brockhaus:

Eine der wichtigsten Marken der Generation meiner Eltern spielt heute keine Rolle mehr: Brockhaus hat den Trend der Digitalisierung vollständig verpasst. Man hat dort anscheinend nicht mit der Geschwindigkeit und der Verbreitung des Internets gerechnet. Brockhaus als digitaler Player wäre toll gewesen…

zalando.de vs. Karstadt:

“Es kann nur einen geben.” Das Internet gibt www.zalando.de neuen Spielern eine Chance und lässt die Etablierten zuweilen untergehen. Die Produktauswahl ist dieselbe, aber das Geschäft verlagert sich immer stärker ins Netz. Wer hier nicht aufpasst und nicht mit geschickten Online-/ Offline-Verbindungen gegensteuert (analog P&C), hat bald keine Zukunft mehr.

wbs-law.de (Rechtsanwälte Wilde Beuger Solmecke):

Als www.wbs-law.de sind sie bundesweit nicht bekannt. Im Netz hingegen sind sie bei den entscheidenden Suchbegriffen immer vor den Großen zu finden. Damit werden sie zum Meinungsbilder, denn sie geben relevante Antworten auf Rechtsfragen ihres Fachgebiets. Die Folge: Sie werden viel zitiert und ihre Reputation steigt.

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