Digitale Währungen und ihre Werte

Digitalisierung

Als Experte für Digitalisierung beschäftige ich mich schon seit geraumer Zeit mit der Frage, welche Bedeutung virtuelle Währungen in Zukunft erreichen werden. Zusätzlich ist der Wert eines Facebook-Likes nicht zu unterschätzen und sollte als eigene “Währung” angesehen werden.

Das Unternehmen Amazon hat in Amerika bereits eine eigene virtuelle Währung eingeführt. Als Besitzer eines Kindle Fire oder Nutzer des Amazon Appstores können Kunden mit den Amazon-Coins Anwendungen und Spiele kaufen sowie In-App-Käufe tätigen.

amazoncoins

Der Wert eines Coins entspricht dabei einem US-Cent. Der Vorteil: Kunden profitieren bis zu 10 Prozent Rabatt, je mehr Coins sie kaufen. Auch Ebay-Chef John Donahoe kann sich vorstellen in Zukunft Digitalwährungen wie beispielsweise den Bitcoin einzuführen, wie er der “Financial Times” sagte. Eine konkrete Einführung einer digitalen Währung sei zwar noch kein Thema, der neue Markt werde aber von Ebay beobachtet.

Wie auch John Donahoe bin ich davon überzeugt, dass sich Digitalwährungen zu einer “sehr mächtigen Sache” entwickeln werden. Amazon – als einer der großen Internetgiganten – kann sich als Vorreiter für diesen noch sehr spärlichen Markt ansehen. Es wird daher nur noch eine Frage der Zeit sein bis Ebay, Google und Co. virtuelle Währungen einsetzen, um ihre Kunden durch Vorteile noch stärker zu binden.

Wer mit seiner eigenen, virtuellen Unternehmenswährung mehr oder minder gescheitert ist, ist der Social Network-Riese Facebook. User konnten gegen Gebühr Gutschriften erwerben und damit Objekte in Spielen wie auch in Anwendungen erwerben. Jedoch schien das Projekt nicht aufgegangen zu sein: Facebook hat sein System geändert, die Gutschriften eingestellt und Zahlungen sind inzwischen nur noch in lokalen Währungen möglich. Dass die Facebook-Gutschriften eingestellt wurden, mag auch daran liegen, dass sie in jedem Land unterschiedlich viel wert und somit nicht einheitlich waren. Facebook wird in Zukunft bestimmt erneut den Gedanken einer eigenen, internationalen Facebook-Währung in Form von Bitcoins aufgreifen, wenn andere Internetgiganten diesem Prinzip folgen. Bis dahin muss das Thema “digitale Währung” mit seinen Vor- und Nachteilen bis ins Detail verstanden werden. Nur so können User das Prinzip verstehen, in das System Vertrauen fassen und anwenden.

Für Unternehmen werden in Zukunft nicht nur Bitcoins eine verstärkte Rolle spielen, auch Facebook-Likes werden erneut an Gewicht gewinnen. Erste Unternehmen haben daher schon große Werbekampagnen gestartet, um ihre Präsenz auf Facebook zu steigern.

pepsilikemachine

Pepsi hat beispielsweise auf einem großen Konzert in Belgien Automaten aufgestellt, in denen es möglich war Freigetränke zu bekommen. Die Besucher mussten sich hierfür via Smartphone oder direkt über den Automaten mit Facebook verbinden und die Fanseite liken.

Auch der deutsche Bierhersteller Astra hat mit seiner Aktion “Flaschentheater“ weit über 10.000 neue Fans erreichen können:

Investitionen und Ideen zahlen sich aus

Die beiden Getränkehersteller haben erkannt, dass Werbeaktionen um Facebook einen enormen Mehrwert für ihr Unternehmen darstellen: Freunde von Freunden werden durch Likes aufmerksam und beeinflusst, Word of Mouth-Effekte und Impulskäufe folgen. Zudem erhöht sich ihre Markenpräsenz und das Markenbewusst wird gestärkt. Unternehmen müssen daher verstärkt auf digitale Ideen und Werte setzen, um sich im World Wide Web einen festen Platz zu sichern.

Da es für Kunden einfacher sein wird bei Facebook ein “Gefällt mir” zu drücken anstatt auf virtuelles Geld zu vertrauen, müssen Unternehmen ihre Kunden mit den klaren Vorteilen einer Unternehmenswährung überzeugen.

Vorteile einer (eigenen) digitalen Währung:

  • Rabattmöglichkeiten
  • Einführung von Bonus-Systemen
  • einheitliche Zahlungsweise, auch “portalübergreifend”
  • schnelles und sicheres Zahlungsmittel

Nachteile einer (eigenen) digitalen Währung:

  • fehlendes Vertrauen, vor allem bei Bitcoins (Woher kommen sie überhaupt?)
  • die digitale Geldbörse muss gegen Verlust durch Ausspähung und Schadsoftware geschützt werden
  • der Kunde trägt das Kursrisiko, falls er einen Rücktausch des gezahlten Betrags in eine andere Währung wünscht

Was meint ihr? Könnt ihr euch vorstellen, künftig virtuelle Währungen von Firmen oder Like-Maschinen in Anspruch zu nehmen?

 

Ähnliche Artikel

Die richtige Botschaft zur richtigen Zeit

Kommunikation muss als Service verstanden werden

Entwicklung des Handels von Re-tail zu E-tail

Got Something To Say: